Mensch und Tier - Biologische Perspektive

Heute ist klar, dass es keine scharfe Trennungslinie zwischen dem Menschen und dem restlichen Tierreich gibt. Im Gegenteil: Biologisch gesehen, ist der Mensch ein Tier und Lebewesen wie alle anderen Tiere auch und mit vielen Tierarten eng verwandt.  

Zum einen hat jedes einzelne dieser Tiere, der Mensch eingeschlossen, seine ganz eigenen besonderen Fähigkeiten und wichtige Aufgabe im Kreislauf der Natur. Zum anderen kommen viele Fähigkeiten, von denen wir dachten, sie seien typisch menschlich, auch im Tierreich vor. Tiere sind feinfühlig, empfindsam und intelligent, sie gebrauchen Werkzeuge, gehen Freundschaften ein, geben Kultur weiter und sind, jedes einzelne von ihnen, einzigartig und unverwechselbar. Der Hund Kira ist anders als der Hund Paul, und das Schaf Petra anders als das Schaf Wanda. Was wir intuitiv annehmen, nämlich, dass sich Tiere in ihrem Verhalten und Charakter unterscheiden, bestätigen Ergebnisse aus der Forschung. Tiere haben Persönlichkeit: Nicht nur Hunde und Schafe, sondern auch Vögel und Ameisen, Fische, Schweine, Oktopusse, ja sogar Spinnen und Läuse. 

Von immer mehr Tierarten weiss man zudem, dass sie zur Empathie fähig sind. Empathisch sein bedeutet, sich bewusst in die Gefühle eines anderen hineinversetzen, dessen Gefühle erkennen und bei sich spiegeln zu können, d.h. ähnliche Gefühle am eigenen Leib zu spüren. Zu den Tieren, die empathisches Verhalten zeigen – teils sogar gegenüber von artfremden Lebewesen – zählen Primaten, Delfine und Hunde ebenso wie Raben, Mäusen und Ratten.  

Die Würdigung der wunderbaren arteigenen Fähigkeiten jeder Tierart, die Tatsache, dass auch Tiere einen individuellen Charakter haben und viele Eigenschaften mit dem Menschen teilen, muss zwangsläufig Auswirkung haben auf unsere ethischen Werturteile und den ethisch verantwortlichen Umgang mit dem Tier.

Siehe auch die Weblinks zu den Themen Mensch-Tier-Beziehung & Verhaltensforschung unter /unterlagen1/links1